![]() |
Freitag, 13.Dezember Um mögliches Unheil abzuwenden hatten Beate und Frau Schmidtbaum die Wohnung vollgestopft mit vierblätterigen Kleeblättern, Glücksfliegenpilzen, silbernen Hufeisen, Schweinen aus Marzipan, man kam kaum noch hindurch, es gab auch keine freie Fläche mehr und Beate hatte zusätzlich ihren Verlobten, den Schornsteinfeger Helge Helgeson eingeladen. Der kleine Mirko hatte früh am Tage zu viel Marzipan gegessen, so dass er zwar immerhin nicht wie sonst durch sein fröhliches Kreischen und Herumtoben störte (außergewöhnlich lebhaft für einen übergewichtigen Elfjährigen), aber das Bad blockierte. "Erst die völlig unmöglich erscheinenden Wünsche und Träume machen einen zu einem wirklichen Menschen !" Der alte Herr stieß mit Helge an, sie hatten sich schon Bier aufgemacht, was Frau Schmittgerber und Beate dazu brachte, sich besorgte Blicke zuzuwerfen. "Die Utopien bringen die Menschheit weiter, trotz oder weil dann das Gegenteil daraus wird !" Ich hielt es in der überfüllten Wohnung nicht mehr aus und zog meine Schuhe an, um an diesem grauen Wintertag ziellos draußen herumzulaufen. "Ja, aber persönlich ziehe ich doch die Wünsche vor, die ich mir auch erfüllen kann" hielt Helge dagegen und zog lachend seine Verlobte auf seinen Schoß. "Nein, das ist eine Illusion ! Nach einem erfüllten Wunsch lauert gleich der nächste Wunsch, so wirst du niemals zufrieden sein und dem Glück immer hinterherrennen. Nur der unerfüllte Wunschtraum wird dich zufrieden machen !" Der Fortgang dieses Gespräches blieb mir erspart, ich zog die Tür hinter mir ins Schloss.
| |
| zurück |