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Dienstag, 17.Dezember "Dein Wohlbefinden kann sich zwischen sanfter Zufriedenheit und akutem Glück bewegen. Dir fehlt nichts, du hast einen sinnstiftenden Beruf, einen warmen Schlafplatz, genug zu essen, und wirst wahrscheinlich sogar etwas zu Weihnachten bekommen - Beate strickte da schon etwas Verdächtiges - du hast einfach kein Recht darauf, unglücklich zu sein. Das wäre doch recht schamlos." Mein Blick muss wohl Widerspruch ausgedrückt haben, denn er legte weiter nach: "Dass wir mit deiner Suche nicht weiterkommen, das sollte dich nicht verdrießen, denn wo das Ziel so unklar ist, können Verzögerungen ja nur fruchtbar wirken !" Er wußte nichts von der Entdeckung, die ich gestern gemacht hatte, und es wäre auch unfruchtbar, ihm diese mitzuteilen. Ich schrubbte weiter die Badewanne, während er mit dem Stock eine geringelte Socke von Marco auf dem Fliesenboden herumschubste und sinnstiftend redete. Ingeborg steckte ihren Kopf mit den frisch ondulierten Haaren herein und nestelte an ihrem Perlenkreuz, das sie um den Hals trug, seit die gestrige Adventspredigt von Pastor Schleppegrell sie erneut von den Vorzügen der christlichen Religion überzeugt hatte. "Ingeborg, die Badewanne ist gleich soweit!" rief er, meine Arbeit inspizierend. "Nein nein, ich will gar nicht baden" sagte sie, leicht errötend. | |
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