Über die Elbe 2007 - 2008

(27.August, Montag)

Die Elbe heute : grau, glanzlos, geriffelt liegt sie unter dem bedeckten Himmel, die Landschaft ist farblos.

(28.August, Dienstag)

Ein heller, klarer Morgen. Straßen und Plätze glänzen von Tau oder nächtlichem Regen. Die Sonne blendet auf freundliche Weise. Voller Elan windet sich die Elbe, sie hat ein intensives Blau. Die Stadt, der Hafen, Häuser und Kräne, alles liegt in der Sonne ausgebreitet wie eine großzügige festliche Tafel.

(29.August, Mittwoch)

Die Elbe glänzt glatt und kühl. Ein bedeckter Morgen. Die Sonne steht als blendender Fleck zwischen grauen Wolken und scheint ab und an kraftlos hervor. In den letzten Tagen haben Linden und Kastanien schon braune Blätter abgeworfen. Manchmal riecht es nach Herbst.

(30.August, Donnerstag)

Die Elbe liegt ruhig und blau da, als wäre sie noch etwas verschlafen. Über der Stadt steht am sommerblauen Himmel der verbleichende Vollmond. Ihm gegenüber scheint die Sonne aus einem Wolkengebirge, ihre fächerförmigen Strahlen glänzen wie Goldstaub. Schon einen Moment später ist die Sonne ganz hervorgekommen.

(31.August, Freitag)

Die Elbe liegt grau und unbewegt, feine Rippelwellen machen ihre Oberfläche stumpf. Die Stadt ist noch schlaftrunken, der Himmel liegt wie eine schon leicht angehobene graue Bettdecke darüber. Heute wird es sicher wieder regnen.

(3.September, Montag)

Es ist noch nicht ganz hell, vielleicht auch, weil der Himmel bedeckt ist. Nur im Nordwesten klarer, türkisblauer Morgenhimmel. Die Elbe ist glatt und unbewegt, ein leicht gewellter Spiegel.

(4.September, Dienstag)

Alles ist hell, klar, glänzend. Die Sonne blendet, der Himmel ist frisch und blau. Die Stadt ist früh erwacht, voller Wohlbehagen bieten sich die Häuser der Sonne dar. Die Elbe spiegelt den Himmel, malerisch, leicht gekräuselt liegt sie gutgelaunt.

(5.September, Mittwoch)

Stolz und hell ragen die Bauten der Stadt in den Himmel. Im Vordergrund die Elbe in leuchtendem Blau, nur wenig dunkler als der Himmel, so scheint die Stadt zu schweben, wie ein Traumbild und doch ganz klar.

(6.September, Donnerstag)

Es ist neblig und feucht. Schemenhaft ragen Kräne in den Nebel, Speicherstadt und Hafen wirken rätselhaft und labyrinthisch. Alles ist feucht-grau, die silberschwarz schimmernde Elbe hat Niedrigwasser und geht nahtlos in den dunstigen Himmel über.

(10.September, Montag)

Ein regnerischer Montagmorgen. Die Häuser ragen düster in den regenverschleierten Himmel, die Elbe liegt stumpf, graugrünlich. Strassen und Dächer glänzen nass. Regentropfen laufen diagonal die Fensterscheibe herunter.

(11.September, Dienstag)

Glanzvoll, wie geputzt, befeuchtet vom Morgentau stehen die Häuser. Ein Panorama in zarten, leuchtenden Farben aus Hafenkränen, Schiffen, Lagerhallen. Stahlblau, von kleinen Rippelwellen bedeckt, majestätisch die Elbe.

(12.September, Mittwoch)

Im Osten hat sich die graue Wolkendecke geöffnet, rosa und goldener Schimmer auf den Wolkenrändern. Der Hafen wirkt, als würde alles noch schlafen, sich im grauen Morgendunst ducken. Unbewegt liegt die Elbe wie ein grauer Teppich.

(13.September, Donnerstag)

In diesem grauen Licht treten alle Kanten und Spitzen schmerzhaft hervor, disharmonisch, feindlich, aber die Elbe liegt wie schimmernde Seide da. Am Himmel eine dünne, geschlossene Wolkendecke.

(17.September, Montag)

Die Sonne steht niedrig und rot am Himmel, die Stadt schläft noch, etwas dunstig, es sieht aber nach schönem Wetter aus. Die Elbe ist hell und liegt ganz ruhig. Alles bewegt sich langsam, die Geräusche wirken gedämpft.

(19.September, Mittwoch)

Golden schimmernde Wolkenränder, die Sonne wird gleich hervorkommen. Die Elbe spiegelt viele Farben wieder, blauen, türkisfarbenen Morgenhimmel, aber auch die rötlichgrauen Regenwolken.

(20.September, Donnerstag)

Alles grau, wie aus dunklem Metall gemacht. Auf dem Bahngelände und in den Hafenanlagen steht Wasser in Pfützen. Die Stadt kaum sichtbar, die Elbe verwaschen, einzelne Lichter stehen hervor.

(21.September, Freitag)

Grauer Himmel, gelbliches Licht am Horizont. Die Elbe abweisend, dunkelgrau, die Landschaft scharfkantig, diffuses Licht. Es ist trocken, aber nicht freundlich.

(24.September, Montag)

Glatt, fein und hellblau, die Stadt scheint in Gedanken innezuhalten. Zarte Kissenwolken, zarter blauer Himmel. Der Horizont ist dunstig. Niedrigwasser. Drei Schwäne am Veddel.

(25.September, Dienstag)

Etwas steif stehen die Häuser im Morgenlicht, die Elbe wirkt frisch, sanft bewegt von leichten Wellen, sie spiegelt den Himmel. Alles ist noch etwas feucht vom nächtlichen Regen, die verschwommenen Wolken versprechen weitere Schauer im Laufe des Tages.

(26.September, Mittwoch)

Grauer Himmel, der die Erde in Dunst hüllt. Die Elbe bräunlich-grünlich, getrübt von einer kaum wahrnehmbaren Brise. Es ist weder besonders warm noch besonders kalt.

(1.Oktober, Montag)

Es ist so gegen halb elf. Der Himmel ist zum Teil blau, kleine weiße Wolkentupfen, der Horizont dunstig, perlmuttfarben. Die Sonne scheint leicht gedämpft und doch blendend durch die Wolken. Die Elbe ist sehr glatt, glänzend, wirkt fast durchsichtig, klar, man sieht, daß es am Wochenende viel geregnet hat. Alle Farben sind sanft, klar und warm.

(2.Oktober, Dienstag)

Es ist noch dämmrig, zartes Morgenrot. Die Elbe liegt voll und glatt da, die Häuser wirken, als würden sie noch schlafen. Wenige Autos sind unterwegs, die Lampen im Hafen leuchten still und schwach. Das Licht auf den Dingen ist ganz zart, alles wirkt unberührt, ungesehen.

(8.Oktober, Montag)

Grauer Himmel, die Stadt liegt indifferent da, wie zurückgezogen. Relativ viel Wasser in der Elbe. Alles wirkt kühl. Matte Farben. Zwischen den noch belaubten Bäumen nistet schon die Dunkelheit des kommenden Winters.

(9.Oktober, Dienstag)

Ein bewölkter Tag, es wird nicht richtig hell, alle Farben sind schwärzlich, alle Dinge haben harte Kanten. Unter ihrer silbernen Oberfläche wirkt auch die Elbe dunkel. Viele Bäume haben braune und gelbe Blätter. Vorhin lag schon der schneidende süße Geruch von Frost in der Luft.

(10.Oktober, Mittwoch)

Ein heller, sonniger Morgen, alles frisch und schön. Die Elbe ein klarer Spiegel, die Dinge sehen freundlich und sauber aus.

(11.Oktober, Donnerstag)

Es ist noch dunkel. Im Hafen spiegeln sich Lampen kupferfarbig im dunklen Wasser. Die Kräne und Hafenanlagen führen noch ihre unheimliche Nachtexistenz. Am Horizont ist ein dünner Streifen schwach rötlichen Lichtes. Es ist bewölkt, aber trocken.

(12.Oktober, Freitag)

Relativ warm, windig, gewittrige, unruhige Luft. Durch die Wolken dringt fahles Licht. Die Elbe ist grau, aufgewühlt, mit Schaumkronen. Verwischt, undeutlich liegt die Stadt.

(15.Oktober, Montag)

Strahlend sonnig, klar, alles wie blankgeputzt, die Häuser stehen stolz. Die Elbe liegt ruhig, glatt und fein gekräuselt, sie spiegelt alle Farbnuancen. Es ist Niedrigwasser, Möwen lagern auf dem Schlick im Hafenbecken. Blau, gold und grün sind die Farben der Landschaft.

Die Felder zwischen Harburg und Buchholz sind zum großen Teil schon gepflügt und auf die Wintersaat vorbereitet, sie schimmern violettbraun.

(16.Oktober, Dienstag)

Früh morgens. Die Dunkelheit lichtet sich langsam, violettgraues Licht, es ist bedeckt, etwas dunstig, feucht. Der Hafen scheint nur aus Lichtern zu bestehen, weißen, gelblichen. Außer dem Kunstlicht gibt es nur Nachtschwarz, Grauviolett und am Osthimmel hellgraues Morgenlicht. Die Elbe verschwimmt im Morgendunst.

(17.Oktober, Mittwoch)

Kleine weiche Wellen, die Elbe glänzt, die Landschaft ist grau, gedämpft im Morgendunst. Das Gold der Linden- und Birkenblätter dringt kaum durch. Erde und Wasser wirken schwer und üppig. Der Himmel ist bedeckt, einförmiges Hellgrau.

(18.Oktober, Donnerstag, Lauenburg)

Es ist bewölkt, blauer Himmel ist zwischen den einzelnen grauen Wolkenschwaden zu sehen, am Osthimmel ein breiter, gelblicher, goldener Streifen. Dort war die Sonne eben zu sehen. Die Elbe ist leicht aufgewühlt, kleine Schaumkronen, sie spiegelt grau und perlmuttfarben den Himmel. Ab und an fliegen Kormorane und Möwen.

(12.November, Montag)

Nachts hat es geregnet. Durch Wolkenlücken fällt üppig goldenes Licht, ich fahre hier allerdings unter der violettgrauen Wolkendecke. Das Herbstlaub ist erloschen, leere Zweige, im niederen Gebüsch noch letztes Laub. Die Elbe ist dunkel, unruhig, wie ungeduldig.

(14.November, Mittwoch)

Die noch tiefstehende Sonne erleuchtet die Häuser und Hafenkräne. Die dunklen und weißen Wolken sind wie ein Abglanz von Schatten und Helligkeit in der Landschaft. Die Stadt liegt klar, erwartungsvoll. Die Elbe ist frisch und glatt. Aus Schornsteinen ziehen schwerelos, wie in Zeitlupe, Qualmfahnen nach Südosten. Auf flachen Dächern liegt Reif. Über die Süderelbe fliegen Kormorane. Es ist nicht mehr Herbst und noch nicht ganz Winter.

(15.November, Donnerstag)

Der Himmel ist unendlich weit, an den Rändern noch morgenrot, die Sonne blendet. Die Elbe spiegelt das Blau wieder, so dass die Stadt zwischen Wasserfläche und Himmel zu schweben scheint. Zerbrechlich, klar und schwerelos. Letzte gelbe Birkenblätter glühen in der Sonne, viele Flächen sind mit Reif bedeckt.

(17.November, Sonnabend)

Alles ist grau, die Stadt liegt im Dunst. Die Farben sind zart, die Dinge leuchten verhalten in der Feuchtigkeit. Die Elbe ist überraschend hell, im Schatten zeigt sie ihr Blau und Braun.

(19.November, Montag)

Grauer, erstickender Himmel, die Elbe liegt fein gekräuselt, unruhig flimmernd. Sonst alles erstarrt, zurückgezogen, Farben gedämpft vom diffusen Nebeldunst.

(23.November, Freitag)

Morgens kurz nach sieben. Der Hafen ist wie ein Sternenhimmel, die Elbe eine glänzende Fläche in der Dunkelheit.

(26.November, Montag)

Der Mond steht noch fast voll am Himmel. Es ist dunkel. Im Süden und Osten ist der Himmel schon türkisgrün. Der Hafen im Westen liegt noch in der Dunkelheit, seine Lichter wie ausgestreute Perlen. Es ist kühl, aber nicht eiskalt, kein Niederschlag, hohe Luftfeuchtigkeit, Reif und Eiskristalle auf den Wegen.

(28.November, Mittwoch)

Spiegelglatt die Elbe, die Stadt ein zerbrechliches Bild. Der Hafen liegt noch im Morgendunst, ein schläfriges Hellgrau, während im Osten die Sonne rot durch eine Wolkenlücke scheint, darüber helle Wolken wie Vogelschwingen. Es wird hell.

(29.November, Donnerstag)

Es ist noch dunkel. Auf der Scheibe sind Regentropfen. Eigentlich noch Nacht, aber überall sind schon Lampen an, an der Pfeilerbrücke wird schon geschweißt. Die Hafenkräne sind an ihren Spitzen erleuchtet. Die Elbe ist nur als dunkle Fläche zu erahnen, auf der ab und an ein seidiger Widerschein glänzt.

(3.Dezember, Montag)

Gekraustes Wasser, geballte graue Regenwolken, eine Landschaft wie ein Stirnrunzeln. Die Stadt liegt verloren und ärmlich. Im Laufe des Tages wird es sicher wieder regnen. Es ist noch nicht ganz hell.

(4.Dezember, Dienstag)

Glühend morgenrote Wolkenstreifen am Osthimmel. Die Stadt liegt erwartungsvoll, alle Farben leuchten. Ein paar Regenwolken und die Sichel des abnehmenden Mondes hoch am hellblau-türkisen Himmel. Die Elbe ist glatt, stellenweise aufgerauht von einer kleinen Brise, voll vom Regen der letzten Tage.

(5.Dezember, Mittwoch)

Es ist bedeckt, dunstig, noch nicht ganz hell. Die Luft ist feucht, nicht sehr kalt. Geballt hocken die Häuser, alles duckt sich. Die Elbe ist glatt, konturlos, morgengrau wie der Himmel, sie gehen fast nahtlos ineinander über.

(6.Dezember, Donnerstag)

Es ist dunkel draußen, die Luft ist lau, feucht. Verstreute Lichter, leise rollt der Zug, als wolle er niemanden aufwecken.

(10.Dezember, Montag)

Ein farbloses Grau, spiegelglatte Elbe. Am südöstlichen Himmel ein roter Schimmer. über der Stadt eine dichte, weiche Wolkendecke. Blinkende Lichter im Hafen. Stau auf den Elbbrücken.

(12.Dezember, Mittwoch)

Noch ist es trocken, aber der Himmel ist von Regenwolken bedeckt. Morgendämmerung. Die Lichter im Hafen leuchten trübsinnig. Seidig weich und glatt liegt die Elbe freundlich da.

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(7.Januar 2008, Montag)

Es ist ungefähr 1 Grad Celsius kalt, aber nicht frostig. Noch ziemlich dunkel, es leuchten viele Lampen, schon viel Autoverkehr unterwegs. Als ich mit dem Rad zum Hauptbahnhof fuhr, war am Horizont schon ein leuchtender gelblicher Streifen, auch etwas Morgenrot. Die Elbe liegt ganz weich und sanft da, hell und gleichmässig. Kleine Regentropfen prallen auf die Scheibe, seit der Zug die Elbe überquert hat.

(10.Januar, Donnerstag)

Es ist früh, kurz nach sieben. Alles noch komplett dunkel. Immerhin, trocken. Vielleicht fünf Grad. Am Himmel standen noch Sterne, vereinzelt, als ich mit dem Rad zum Hauptbahnhof fuhr. Der Hafen besteht nur aus Lichtern, ruhig liegt die Elbe, kaum sichtbar im Dunkeln.

(14.Januar, Donnerstag)

Morgenrot. Kurz nach sieben, schon relativ hell. Die Häuser schimmern perlmuttfarben, weisser Reif auf den Dächern. In der Elbe ist viel Wasser, der Himmel spiegelt sich darin, rosa, blau, gelbliche Wolken, über der Elbe und in der Ferne liegt feiner Dunst. Im Morgenlicht scheinen die Gegenstände zart von innen heraus in ihren Farben zu leuchten, Birkenstämme am Bahndamm, Hütten und Signalmasten.

(15.Januar, Dienstag)

Halb neun etwa, die Sonne steht groß, leuchtend im Osten. Am Himmel ein paar Wolkenbänke, gelblich golden, blaßgoldene feine Wolkenränder. Leichthin verweht Qualm aus Schornsteinen im Hafen, frohgemut hell und klar die Elbe, mühelos gleiten Autos hin und her. Die Stadt erwacht erstaunt, geweckt vom Sonnenlicht, das sich in Fensterscheiben spiegelt und auf roten Ziegeln glänzt. Vielleicht wird es trotzdem im Laufe des Tages regnen, der Himmel ist nicht klar.

(17.Januar, Donnerstag)

Viertel nach sieben, es ist noch dunkel. Unruhig blinkende Lichter in Stadt und Hafen. Es ist trocken, kühl.

(21.Januar, Montag)

Alles glänzt vor Nässe. Es ist dämmrig, trotz der Bewölkung schon ziemlich hell. Die Stadt steht dunkel zwischen dem nassen Himmel und der Elbe. Die Fensterscheibe ist mit kleinen Regentropfen übersät.

(22.Januar, Dienstag)

In der braunen Elbe spiegelt sich helblau der Himmel. Niedrigwasser, Schlamm. Die Sonne scheint gleißend. Tagelanger Regen hat jedes Staubkorn fortgewaschen, alles sieht aus wie geschrubbt. Zaghaft beginnen die Farben wieder zu leuchten. Alle Dinge wirken wie ausgebleicht.

(24.Januar, Mittwoch)

Draußen ist es grau, Nieselregen, die Stadt versinkt im grauen Dunst. Die Luft ist relativ warm. Als ich aus dem Haus kam, sang in der Ferne eine Amsel - noch zögerlich.

(28.Januar, Montag)

Müde. Es wird hell. Im Moment regnet es nicht, aber die Stadt ist noch regennass. Gedämpfter Glanz von vielen Pfützen, die Elbe hat Hochwasser, ihre Oberfläche ist von kleinen Wellen getrübt. Dunst liegt über der Stadt, nahtlos geht er in den grauen, konturlosen Himmel über.

Haselbüsche tragen blaßgelbe Kätzchen, die Birken und das Gras sind grau, nur die Moosflächen leuchten in einem warmen Grün.

(4.Februar, Montag)

Prachtvolles Morgenrot, die Stadt glänzt in Gold und Rotbraun, darüber blauer Himmel mit noch grauen Schäfchenwolken - die gegen Osten leuchtend rosa gefärbt waren, als ich mit dem Rad zum Hauptbahnhof fuhr. Es ist trocken, vielleicht 3 Grad warm, es scheint nicht gefroren zu haben in der Nacht.

(5.Februar, Dienstag)

Es ist schon relativ hell, morgenrot, die Sonne scheint.

Blauer Himmel spiegelt sich in der glatten Elbe, das Licht ist sehr sanft, Dunst, harmonische Formen und Farben wie an einem Sommermorgen, wenn es ein schöner Tag zu werden verspricht. Aber die Bäume sind kahl, und kaum sind wir auf der anderen Seite der Elbe, ist Reif auf den Bahnschwellen und den Moospolstern zwischen den Gleisen zu sehen.

(6.Februar, Mittwoch)

Es regnet, ungefähr neun Grad, alle Farben leuchten nass. Die Oberfläche der Elbe ist matt von den reichlichen Regentropfen. Wolken reichen bis dicht herunter, graue Regenschleier verhüllen den Hafen.

(7.Februar, Donnerstag)

Es ist schon hell, der Himmel blau, eine Schicht Schäfchenwolken liegt am Himmel, der Hafen ist grazil, zart bläulich, alles wirkt fein und zerbrechlich. Ich traue dem klaren Himmel nicht so ganz, vermutlich wird es im Laufe des Tages regnen. Die Elbe ist aufgewühlt.

(11.Februar, Montag)

Blauer Himmel, die Stadt erstrahlt in warmen Farben, die Elbe glänzt glatt und sauber. Der Hafen liegt noch im warmen Morgendunst, aus dem Konturen der Kräne, Schiffe und Anlagen aufragen. Blaugolden sind Elbe und Himmel, die Rasenflächen am Bahndamm sind bereift - in der Nacht war es sternklar und kalt.

(12.Februar, Dienstag)

Ein grauer Tag. Alle Kanten sind hart, alle Farben schwärzlich-grau. Undurchsichtig metallisch die Elbe. Bäume und Büsche wirken müde vom langen Winter. Die Frühlingsstimmung von gestern ist schon wieder vergessen.

(13.Februar, Mittwoch)

Grau draussen, bedeckter Himmel, die Dinge sind silbrig-grau, schwärzlich, filigran. Am Horizont ist die Wolkendecke aufgehellt. Hafen und Stadt sind leicht dunstig, alles ist gemildert, verwischt. Die Elbe ist glatt und führt viel Wasser. Es ist kühl, etwa drei Grad.

(14.Februar, Donnerstag)

Draußen ist es noch dunkel. Es scheint dunstig zu sein, vielleicht gibt es im Laufe des Tages Nieselregen oder Eisregen. Die Lichter des Hafens draußen spiegeln sich verdoppelt und verdreifacht in der Fensterscheibe. Die Elbe liegt glatt und still da.

(18.Februar, Montag)

Nieselregen, die graubraunen Silhouetten der Stadt ragen aus dem Dunst auf, die Elbe ist matt. Es ist nicht sehr kalt, vielleicht sechs Grad. Alles ist feucht, ein bisschen schmutzig. Kein reinigender Regen.

(19.Februar, Dienstag)

Grünlich, leicht gekräuselt liegt die Elbe, als würde sie schon durch die Aussicht auf Frühling gekitzelt. Der Himmel ist grau, alle Farben sind etwas schummrig.

(20.Februar, Mittwoch)

Es ist sehr neblig. Von der Speicherstadt ist nichts zu sehen, die Ericus-Spitze ragt vage hervor. Die Sichtweite beträgt zum Teil nur 50 m. Elbbrücken scheinen durchs Nichts zu führen, nur direkt unter der Brücke ist die Elbe zu sehen, glatt und glänzend, träge wie Öl.

(21.Februar, Donnerstag)

Gestern wurde es dann doch noch sonnig. Heute ist es übrigens grau, dunstig. Nichtssagendes Wetter, alles grau.

(25.Februar, Montag)

Es wird hell. In der Nacht hat es geregnet. Der Himmel ist klar mit ein paar windzerwehten Wolken, über der Speicherstadt steht der abnehmende Mond.

(26.Februar, Dienstag)

Noch ist es blau-dämmrig. Der Himmel ist bedeckt, alle Dinge sind schwer und körperlich, die Farben schwärzlich, alle hellen Farben scheinen von innen heraus kühl zu leuchten. Die Elbe ist von kleinen Wellen leicht getrübt, spiegelt den Himmel und die gelben Lichter des Hafens. Zwischen den Häusern sangen Amseln, als ich zur U-Bahn fuhr. Es ist trocken, nicht sehr kalt, vielleicht sieben Grad.

(28.Februar, Donnerstag)

Die Elbe ist grau und schimmert wie Seide. grauer Himmel, die Stadt im Dunst, zum Teil scheinen sich die konturlosen Wolken bis auf den Erdboden zu senken. Es ist trocken, sieht aber so aus, als könnte es Sprüh- oder Nieselregen geben.

(1.März, Sonnabend)

Es ist nass, der Himmel ist mit Regenwolken bedeckt. überall Pfützen auf dem Boden, Matsch. Die Elbe führt viel Wasser, ihre Oberfläche ist rauh. Es ist nicht sehr diesig, die Sicht ist verhältnismäßig klar, es wird nicht recht hell. Auf den Äckern steht das Wasser, der Himmel spiegelt sich hell darin.

(3.März, Montag)

Gleißend spiegelt sich die Sonne in der Elbe. Die Häuser der Stadt sind wie auferstanden nach den Regentagen, es ist sehr klar. Jedes Detail ist mit übernatürlicher Deutlichkeit sichtbar, alle Farben sind warm, etwas verwaschen und ausgebleicht vom Regen.

Der Himmel ist blau, am Horizont ein paar farblose Wolkenbänke. Ein, zwei kleine Wolkenstücke treiben mit hoher Geschwindigkeit über mir, getrieben vom Westwind.

Der Zug steht - zwischen dem Großmarkt und den Elbbrücken. Rechts neben mir wird die alte Backsteinbrücke abgerissen, Bagger mit hydraulischen Hämmern und Zangen zerbrechen Mauerwerk und zerreißen Stahltrossen und Armierung. Am Straßenrand fängt eine Forsythie an zu blühen. Sonnig, blau, weiß und rot liegt Hamburg da, wie an einem Ferientag. Die Elbe ist gewellt und gerippelt vom Wind.

(4.März, Dienstag)

Am Himmel wilde Sturmwolken, dazwischen blauer Himmel. Die Landschaft ist zerzaust, überall spiegelt sich das Blau und Grau in riesigen glänzenden Pfützen. Der Boden ist mit Wasser vollgesogen. Die Sicht ist extrem gut, kein Dunst oder Nebel. Häuser und Hafen liegen wie geschrubbt, geradezu noch etwas wund und rot unter dem mächtigen Himmel. Südlich der Elbe ist Schnee- oder Eisgriesel liegengeblieben, der wohl nachts gefallen ist.

(Rückfahrt)

Absolut klar, kein Dunst am Horizont - ein Tag, an dem man Angst bekommen könnte, vom Rand der Scheibe zu fallen.

(5. März, Mittwoch)

Die Sonne scheint, es ist frostig und klar. Auf den Pfützen liegt eine Eisschicht, gemustert mit langen Eiskristallstrukturen. Die Elbe ist blau, prachtvoll wie ein Edelstein. Die Luft ist so klar, daß man bis zum Horizont jedes feine Detail erkennen kann. Alles wirkt ordentlich und rechtwinklig. Die Sonne wärmt schon, sogar durch das Fenster der Bahn hindurch.

(6.März, Donnerstag)

Draußen ist es grau, feiner Nieselregen zeichnet sich am Zugfenster ab. Die Stadt ist in schläfrigen, feuchten Dunst gehüllt. Was für ein Kontrast zu dem strahlenden Tag gestern !

(26.März, Mittwoch)

Draußen scheint die Sonne. Weiße Wölkchen am Himmel, es ist relativ windig.

Östlich spiegelt sich der Himmel in der krausen Elbe, im Westen sind Wolken aufgezogen und stehen grau über Stadt und Hafen, das Licht ist dort bleiern. Am Bahndamm schon vereinzelt Büsche mit grünen Blättern, gelb glänzende Weiden, zartgelbe weiche Weidenkätzchen. Auf dem Boden Reste von Schnee. Es ist in der Sonne schon angenehm warm. Der Wind ist auch nicht so schneidend kalt wie in den letzten Tagen.

(31.März, Montag)

Bin um halb sechs aufgestanden - und das auch noch nach der Zeitumstellung. Die Bahn ist aus irgend einem Grund richtig voll. Natürlich habe ich nicht meinen Lieblingsplatz bekommen - den zur Elbseite, zum Hafen hin, mit Tisch. Bin mit dem gelben Rad zum Hauptbahnhof gefahren. Es wurde langsam hell. Blütenduft wehte herüber. Es ist leicht bewölkt, die Elbe liegt spiegelglatt. Häuser stehen schwärzlich und ernst, von den Elbbrücken aus der Hafen wie ein Schwarzweißbild, klar und zart. Es ist trocken, sanfte Frühlingsluft, am Bahndamm ist Grün zu sehen.

Das ist jetzt so die Zeit, wo im Grau überall Pastelltöne erscheinen, hellgrün, weiß, rosa und gelb.

(1.April, Dienstag)

Ein schöner Morgen. Dunst steigt auf, um die gerade aufgegangene Sonne liegen Schleier. Der Himmel ist blau, eine zarte Mondsichel steht in Süden noch hoch am Himmel.

Die Stadt liegt im rötlichen Dunst, golden schimmern ein paar Fenster, violett-blauer Qualm steigt aus Schornsteinen im Hafen schräg in den Himmel. Die Elbe führt wenig Wasser, sehr glatt, wie ein Spiegel.

Über den bereiften Wiesen liegt Morgennebel, weiß, zusammengeballt. Das Licht ist wie an einem Sommermorgen, wie an einem vielversprechenden Tag.

(2.April, Mittwoch)

Heute fängt der Tag regnerisch an. Schon als ich aufstand, schlug Regen an die Fensterscheibe.

Die Stadt liegt kantig, kalt, nass zwischen dem grauen Himmel und der grauen Elbe, die formlos, leicht gewellt sich dem Regen darbietet. Alles duckt sich, unbehaglich dem Wetter ausgesetzt. Die Farben sind mutlos, kränklich.

Gestern war es ab mittag bewölkt, der sonnige Tag ging in bedeckten Himmel über. Später dann Regen - ein warmer Sommerregen, es duftete, alles war nass und spiegelte, trotz der Wolken war es relativ hell.

(3.April, Donnerstag)

Wässrig-verschwommen, verloren liegt die Stadt unter dem tiefhängenden Regenhimmel.

Gestern nachmittag auf der Rückfahrt Sonne und Regenwolken, Wind, die Stadt prächtig, wie von einer hellen Gischtwolke umgeben, leuchtend.

Heute sieht es aus, als würde gleich hinter dem Horizont das Nichts beginnen.

(6.April, Sonntag)

Die Sonne beleuchtet die Silhouette der Stadt vor einem Hintergrund aus violettgrauen Regenwolken. über mir blauer Himmel, er wirkt ungewohnt, fast künstlich - die Stadt ist an Regen gewöhnt. überall sprießt frisches Grün.

Ich bin auf dem Weg nach Kassel, zur Fortbildung. Die Elbe ist glatt, schlierig, spiegelt helle Wolkenränder und schlammbraune Landschaft.

(21.April, Montag, Rückfahrt)

Die Frühlingssonne macht betrunken. Blauer Himmel, weiße Wolken. Heute morgen früh war es noch so kühl, dass ich Handschuhe anzog. Jetzt bin ich im Pullover zur Bahn gefahren. Trockener, warmer Wind weht. Alles ist schon viel grüner als vor zwei Wochen. In den Tümpeln stechen grüne Reetgrasspitzen hervor, giftgrün gegen das braune Wasser. Aus dem alten Wintergras spriessen büschelweise frische grüne Halme.

(23.April, Mittwoch)

Ein strahlender Morgen. Die Elbe ist hellblau und spielt unbeschwert mit kleinen Wellen. Die Häuser sehen so glatt und neu aus, als wären sie gerade erst aus dem Boden gewachsen, der Himmel makellos, ein perfekter zartblauer Hintergrund, wie eine Eierschale. Alle Bäume und Büsche schmücken sich mit kleinen Knospen und Blättern, man sieht förmlich den Geruch nach Frühling und Honig, den sie versprühen. Bald wird alles sehr grün sein, das Grau und Braun wird vergessen sein.

(24.April, Donnerstag)

Ein sonniger Morgen, leicht gedämpft. Das Licht wirkt etwas staubig. Breit und behäbig fließt die Elbe, glatt und blau. Immer mehr entfalten die Bäume und Büsche ihre Blätter, die Landschaft fängt wieder an zu atmen.

(25.April, Freitag, Rückfahrt)

Wechselndes Wetter. Gerade scheint die Sonne, die Vögel singen. Bevor ich losfuhr regnete es in dicken Tropfen. Heute Nacht hat es auch geregnet. Morgens stieg Dunst aus den Wiesen, graue Wolken bedeckten den Himmel.

Goldene Birken und Weiden, am Himmel weiße Wolkenwipfel. Die Rasenflächen sind grün geworden, mit gelbem Löwenzahn übersät. Das Leben fühlt sich mühelos an, unkompliziert. Alles ist leicht und vielversprechend.

(28.April, Montag)

Sonnig, relativ warm. Die Farben sind samtig weich, Häuser und Hafen liegen klar und ruhig, noch etwas verschlafen. Sommerlich blau die Elbe, weiße Schiffe.

Man kann förmlich zusehen, wie die Blätter an der Bäumen sich entfalten. Die Birken sind schon richtig grün, auch die Kastanien haben ihre Blattfinger ausgebreitet, Silberweiden und Silberpappeln glänzen prachtvoll. Es geht jetzt sehr schnell.

(29.April, Dienstag)

Nachts hat es geregnet, der Himmel ist von einer dünnen grauen Wolkenschicht bedeckt, Wolkenschleier, Qualm steigt aus Schornsteinen. Die Elbe liegt glatt, perfekt spiegelnd, silbern. Alle Farben sind matt und gedämpft.

(30.April, Mittwoch)

Nebel. Die Geräusche sind gedämpft. In meiner Straße waren die Bäume wie verzaubert, ihre Konturen etwas verwischt, ihre bemoosten Stämme schienen wie von innen heraus zu leuchten.

Die Elbe liegt sehr ruhig und hell, sie scheint in den Himmel überzugehen, dessen weißgrauer Dunst bis auf die Erde reicht. Durch den Nebel hindurch schimmert an manchen Stellen, kaum sichtbar, blauer Himmel.

(5.Mai, Montag)

Ein strahlender Morgen. Der Himmel ist makellos blau, die Elbe glatt und spiegelnd wie Glas. Am Horizont grauer Dunst, in dem die Stadt verschwimmt. Immer mehr Bäume zeigen ihr Laub. Eine Kastanie schon kurz vor der Blüte.

(Rückfahrt)

Es ist sommerlich warm, ich bin im Hemd zur Bahn gefahren, mit dem Wunsch nach einem Eis.

(6.Mai, Dienstag)

Auch heute wieder ein strahlender Morgen. Sonne schimmert auf Kopfsteinpflaster, es sind kaum noch Bäume kahl, überall saftige, feine Blätter. Die Elbe liegt glatt und hellblau, alle Dinge sind zart, jedes Detail wird von der Morgensonne hervorgehoben. Die Elbe, die sich weit hinstreckt, weckt die Sehnsucht danach, ungebunden ins Weite zu fahren.

Diese Zeit ist wirklich prachtvoll. An vielen Wegen streuen blühende Bäume ihre Blütenblätter auf den Weg wie rosa Schnee. Nachts ist der Innenhof von schwerem Fliederduft erfüllt. Das frische Grün duftet, als würde der Geruch aus den Falten der jungen Blätter kriechen.

In der Stadt sind Mauersegler am Himmel, zwischen Tostedt und Kakenstorf fliegen Schwalben, die Lerchen singen besonders laut.

(7.Mai, Mittwoch)

Die Stadt hat es sich bequem gemacht in diesem schönen Sommerwetter. Zart koloriert, der Morgen ist voller feiner Zurückhaltung und sprießendem Übermut.

(8.Mai, Donnerstag)

Blauer Morgenhimmel. Die Stadt ein Muster aus Rechtecken in warmen Farben. Rote Baukräne kreuzen sich über dem Hafen. Alles wirkt müde - die Brücken, die frischen grünen Bäume, das Sommerwetter dauert jetzt schon ein paar Tage.

(13.Mai, Dienstag)

Der Himmel ist leicht verschleiert. Es ist windig und seit mehreren Tagen der erste kühlere Tag. Die Elbe liegt schlammbraun da, leicht schlierig gekräuselt, und spiegelt den blaßblauen Himmel.

(14.Mai, Mittwoch)

Strahlender Sonnenschein. Noch kühl, alle Farben silbern. Die Elbe blau, gescheckt von Feldern mit Rippelwellen.

(15.Mai, Donnerstag)

Sonnig, still steht die Stadt, als würde sie noch den Atem anhalten. In der Elbe ist Ebbe, brauner Schlamm ist sichtbar. Im Osten, wo der Himmel hell und farblos ist, schwebt ein Luftschiff.

Längliche, unscharfe Wolkenstreifen am Himmel, das Sonnenlicht ist etwas gedämpft, der Horizont verschleiert, dunstig. Es ist noch kühl, verspricht aber trotzdem ein Sommertag zu werden.

(Rückfahrt)

Das Korn beginnt sich schon gelb zu färben ! Es ist wirklich ein sehr sommerlicher Mai.

(16.Mai, Freitag)

Die Sonne steht im Dunst, ihr Licht ist schwach. über uns ist der Himmel blau, an den Rändern grau, weißlich-golden. Die Stadt ist ein wenig melancholisch. Warme, zarte Farben. Die Elbe liegt spiegelglatt. Auch heute scheint kein Regen zu drohen.

(19. Mai, Montag)

Sonne, zartblauer Himmel, helle silberne Farben, alle Dinge sind filigran, leicht. Die Elbe liegt schlierig da, blau. Die Stadt entfernt, unberührbar, wie eine kolorierte alte Postkarte.

(20. Mai, Dienstag)

Sonniger Vormittag mit einzelnen weißen Wolken am Himmel. Ruhig die Stadt, kantige, klar abegrenzte Gebäude. Das Elbwasser ist leicht gekräuselt.

(21. Mai, Mittwoch)

Blauer Himmel, Sonne. Aber die Luft ist etwas unklar, die Wolken gehen in der Ferne in Dunst über. Niedrigwasser, braune Schlickflächen, die Elbe liegt ruhig, leicht aufgerauht. Vielleicht wird es abends regnen.

(22. Mai, Donnerstag)

Spiegelglatt das Wasser, Fenster gleißen in der Morgensonne. Der Himmel ist makellos blau. Ein leichter Wind bewegt die Zweige. Die Kastanien sind am Verblühen, der Holunder hat noch nicht angefangen.

In meiner Straße liegen die abgefallenen Blüten der Kastanien, kleine weiße Rüschen, wie braunweißer Schnee unter den Bäumen.

(23. Mai, Freitag)

Die Sonne scheint. Der Himmel ist bedeckt mit zarten Schleierwolken, Kondensstreifen und feinen Wolkensträngen.

(26. Mai, Montag, Rückfahrt)

Sommergeruch, dicke, warme Luft, Geruch nach alten Bananenschalen, Parfüm. Heute morgen war das Wasser der Elbe wie Blei, jetzt abends unruhig wie Quecksilber, kleine, schlängelnde Wellen, Schlieren.

(29. Mai, Donnerstag)

Dunstiger Himmel, es hat in der Nacht doch nicht geregnet. Das Licht ist gelblich, die Stadt sieht gedämpft-verblasst aus. Trotz des Dunstes ist der Horizont klar, alle Details sind mit fast schmerzhafter Schärfe erkennbar. Ein Sommertag. Die Elbe ist aufgerauht von winzigen Wellen.

(9. Juni, Montag)

Ein Sommermorgen, makellos blauer Himmel spannt sich durchsichtig über der Stadt. Viel Wasser in der Elbe. Warm spielen die Sonnenstrahlen im braunen Wasser, kühl blau die breite Fläche im weiten Hafengebiet, dahinter die Stadt mit den Kirchen, dem Rathaus.

(11. Juni, Mittwoch)

Es regnet, kleine Tropfen sprenkeln die Scheibe. Der Himmel ist fast lückenlos mit grauen Wolken verhangen. Schon gestern sanken die Temperaturen, es war windig. Über der Stadt ein Streifen blauen Himmels. Die Pflanzen können den Regen gut gebrauchen. Die Natur ist weit fortgeschritten für Juni - Linden blühen, am Bahndamm auch schon Weidenröschen.

(12. Juni, Donnerstag)

Dunkelgraues Elbwasser, gerippelt von Wellen, am Himmel Regenwolken und weiße Wolkengebirge.

(13. Juni, Freitag, Rückfahrt)

Draußen ist es bewölkt, dunkle Regenwolken, aber die Sonne scheint. Zwischendrin heftige Regenschauer.

Goldgraue Wellen, eine satte Farbe, mit weißen Schaumkronen. Das Wasser spiegelt das Wetter. Sommergelbes trockenes Gras am Bahndamm.

(18. Juni, Mittwoch)

Die Linden blühen. Überall dieser warme, süße, saubere, leicht seifige Geruch. Heute scheint die Sonne. Die letzten zwei Tage waren geprägt von wechselndem Wetter. Windig, Schauer, Montag abend geriet ich sogar in einen Hagelschauer.

Heute ist die Luft dunstig, der Himmel makellos blau, leicht und beweglich das Elbwasser.

(19. Juni, Donnerstag)

Es ist grau, relativ warm und drückend. Es fallen ein paar Regentropfen. Am Horizont gelbgraues Licht, die Elbe ist matt, hell, undurchsichtig. Alle Dinge sind grau und körperlich, massig schwer. Wind bewegt die Baumkronen.

(20. Juni, Freitag)

Wieder ist es warm, bewölkt, drückend. Bin den längeren Weg durch den Wald gefahren. An der Este wieder diese komplett schwarzen Libellen, aus dem Wald duftet es nach Jelängerjelieber.

(23. Juni, Montag)

Die Elbe führt viel Wasser, abweisend, grau. Der Himmel ist bewölkt mit einigen Lücken, durch die der blaue Himmel scheint. Es ist windig. Das Licht ist diffus und blendend zugleich.

(24. Juni, Dienstag)

Blauer Himmel, zartblauer Horizont wie Eierschalen eines Vogeleis. Herden weißer Sommerwolken treiben über den Himmel, so dass Teile der Stadt in der Sonne glänzen, andere im Schatten liegen. Metallisch blau, weit hingestreckt die Elbe. Alle Dinge sehen aus, als gäbe es Geschichten über sie zu schreiben.

So sommerlich-zutraulich die Landschaft, vertraut und geliebt, schon etwas abgewetzt, von der Sonne gebleicht, unordentliche Grasbüschel, Beifuss, wilde Rosen.

(Rückfahrt)

Gleißendes Wasser, gleißender Himmel, die Stadt gegen Westen wie ein Scherenschnitt. Ein sonniger, frischer Sommerabend.

(25. Juni, Mittwoch)

Es ist bewölkt, ein uneindeutiger Morgen. Die Elbe schimmert sommerlich-grünlich.

Im Osten dringen Sonnenstrahlen durch die Wolken, als wäre Licht mit einem breiten, weichen Pinsel verwischt. Auf der Elbe orangene Lastkähne, über der Stadt gelbe und orangene Baukräne. Der Horizont im Westen ist klar.

(26. Juni, Donnerstag)

Teilweise bewölkt, weiße Wolkenungetüme, manche mit regenschwerem grauviolettem Rand. Die Luft ist dunstig.

(28. Juni, Sonnabend)

Ein regnerischer Morgen. Der Himmel ist einheitlich grau, die Elbe liegt hell und unkörperlich.

(30. Juni, Montag)

Sonnig, Sommerwolken, nicht sehr warm. Klar. Windig. Die Elbe spiegelt den Himmel, rauh und weich. Alle Farben leuchtend, alle Dinge kantig.

(2. Juli, Mittwoch)

Glitzernd liegt die Stadt unter dem makellosen blauen Sommerhimmel. Die Elbe ist glatt, blau und grau gescheckt wie eine Wattfläche, unbewegt, freundlich.

(3. Juli, Donnerstag)

Es ist schwül-heiß. Vorhin gab es ein wenig Regen, große Tropfen, vereinzelt. Der Zug ist extrem voll.

Die Elbe ist glatt, führt viel Wasser, der Himmel ist sehr dunstig. An wenigen Stellen schimert Blau hindurch. Die Stadt ist vernebelt wie von Qualm. Vielleicht wird es noch gewittern.

(7. Juli, Montag)

Sonnig, blauer Himmel, Schleierwolken, die Elbe glänzt frisch, die Stadt steht wie saubergeschrubbt.

(8. Juli, Dienstag)

Heute morgen ist es regnerisch, das Fehlen des Sonnenscheins macht mich müde - aber natürlich auch das Ende des Schuljahres.

Der Himmel ist grau, hell zeichnen sich Kräne und Türme der Stadt davor ab, die Sonne scheint durch einen Fleck blauen Himmels. Die Elbe spiegelt den Himmel und liegt erwartungsvoll, es wird ganz sicher regnen. Alles ist noch leicht feucht und dunstig vom gesterigen Regen oder von nächtlichen Schauern.

(9. Juli, Mittwoch, letzter Schultag)

Die Stadt liegt nass, verloren, grau in grau. Am Himmel Wolken, gelbliches Licht, kleine Stücke blauen Himmels. Als wäre alles schon halb von der See verschlungen.

(16. Juli, Mittwoch)

Ein grauer Tag, Regenwolken ballen sich, gekräuseltes, verdünntes Elbwasser. Die bunten Gegenstände des Hafens wirken wirr, unaufgeräumt. Die Bäume werden vom Wind bewegt.

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