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Über die Elbe 2009 - 2010
(15. August, Freitag) Es ist teilweise bedeckt, dunstig, die Sonne blendet sehr stark. Niedrigwasser in der Elbe, weißlich-blau das Wasser, fast unbewegt. Alle Dinge grau-silbrig, spätsommerlich, müde. (17. August, Sonntag, Rückfahrt) Es ist sonnig heute, dunstig, das Licht ist abgemildert. Durch den Dunst erreicht die Sonne kaum die Stadt, die Häuser und Kirchen ragen schwärzlich in den Himmel. Es ist angenehm warm. Die Elbe liegt silbergrau. (18. August 2008, Montag, Schulbeginn) Gestern abend war es noch schön, heute morgen grau, bedeckt, es hat geregnet. Die Elbe matt, leicht gekräuselt. Gelbliches Licht über der Stadt. Alles naß und unwirtlich, aber es sieht so aus, als könnte es bald aufklaren. (19. August, Dienstag) Der Himmel ist mit einer dünnen Wolkendecke verschleiert. Alle Farben sind gedämpft, leuchten sanft von Innen. Die Elbe liegt breit und dick, konturlos, hellblau. Dunstschwaden über der Stadt. Die Bäume und Sträucher haben den gelblichen Glanz des Augusts, am Bahndamm blühen Goldrute und spätes Johanneskraut, weißflockiges Weidenröschen. (20. August, Mittwoch) Warmes, diffuses Morgenlicht an einem frischen Tag, die Elbe hell, körperlos, alle Dinge wirken wie ohne Masse. Einzelne Kräne leuchten hell, Wind bewegt die Baumkronen. Der Himmel ist von einer weißen und grauen Wolkenschicht bedeckt. Vielleicht wird es im Laufe des Tages regnen. (21. August, Donnerstag, 1. Schultag) Bedeckt, aber zur Zeit trocken. Gestern hat es viel geregnet, alle Farben sind davon ausgewaschen, blass, die Dinge zart, überall liegt ein wenig Dunst in der Luft. Im Norden ballen sich schon wieder Regenwolken. (22. August, Freitag) Die Elbe ist voll Wasser, Flut, der Himmel konturlos, dunstig, bedeckt. Alles ist grau, die Stadt scheint sich in diesem Schleier aufzulösen. (25. August, Montag) Als ich aufwachte, rauschte draußen schon wieder der Regen. Es ist grau, alles glänzt vor Nässe. Zartes Morgenlicht, über uns scheint etwas blauer Himmel durch die konturlosen Wolken. Die Elbe ist eher voll, glatt, es ist fast windstill. (26. August, Dienstag) Bedeckt. Die Luft ist grau, alle Farben wie mit Grau vollgesogen. Die Elbe ist voll, ihre gleichmässige Oberfläche matt von kleinen Wellen. Eine Farbe wie helle Asche. (27. August, Mittwoch) Es ist neblig, der Himmel ist bedeckt. Starr stehen die Bäume in der grauen Luft, die Elbe ist unbewegt, gemustert mit rauhen, schlierigen Mustern. Noch ist Sommer, es liegt noch kein Herbst in der Luft. (28. August, Donnerstag) Hellgrau, silberweiß der Hafen, farblos, die Elbe geht in den Himmel über. Nieselregen, feine, helle Nässe. Am Bahndamm zeigen Silberweiden ihre Blätter, Goldrute blüht. Der Tag sieht schon morgens so aus, als würde er nicht in Erinnerung bleiben. (1. September, Montag) Schwärzlich, roh Stadt und Hafen, schmerzhaft berührt das Licht die Oberflächen. Der Himmel ist bedeckt, im Osten hell, etwas gelblich. Die Elbe glatt, formlos. (2. September, Dienstag) Blauer Himmel, die Stadt glänzt, freundliche Farben. Der Horizont ist grau verschleiert, davor hell die Kräne und Schiffe. Die Elbe liegt glatt wie Öl. (3. September, Mittwoch) Es ist bedeckt, aber trocken. Alles sehr grau. Wind bewegt die Baumkronen. Es ist einigermaßen warm, nur der Wind ist etwas kühler. (4. September, Donnerstag) Strahlende, noch tiefstehende Sonne, blauer Himmel. Silberner, warmer Widerschein, alle Dinge sehen harmonisch aus, freundlich liegt die Stadt zwischen blauer Elbe und dem gleichfarbenen Himmel. Das Wasser ist sehr ruhig, an manchen Stellen gerippelt von einer fast unmerklichen sanften Brise. (5. September, Freitag, Rückweg) Es ist relativ warm, aber bedeckt - eine flauschige, weiche Decke, bläuliches Hellgrau, düsteres Licht. Heute morgen schien die Sonne am blauen Himmel, tiefstehend, herbstlich glänzend, golden, die Rosen dufteten. Es war, als würde die Zeit rückwärtsgehen, und morgens war eine Stimmung wie ein Nachmittag. Sonnendurchleuchtete Blätter vibrierten in der frischen, milden Luft. (8. September, Montag) Es ist bewölkt, feuchte, violette Wolken stehen am Himmel. Die Elbe scheint den Regen ergeben zu erwarten. Noch ist es trocken. Die Stadt ist grau, düster, wie desorientiert und zufällig stehen die Häuser, dunkel gegen den gelblichen Himmel im Westen. Am Bahndamm blüht der Staudenknöterich. (9. September, Dienstag) Blauer Himmel, warmes, schwaches Sonnenlicht, Stadt und Hafen liegen verstreut. Ein zarter, grauvioletter Schleier am Horizont. An einigen Stellen beginnt das Laub schon gelblich zu werden. Es riecht nach Erde und nach reifen Früchten. Alles steht still und geduldig im sanften Licht. (11. September, Donnerstag) Silberne, sanfte Oberflächen, alles ist zart, hell, harmonisch. Die Elbe liegt glatt und freundlich, am Himmel ein feiner Wolkenschleier, durch den das Hellblau hindurchscheint, auch einzelne weiße Wölkchen treiben in unterschiedlicher Geschwindigkeit hinweg. Das Lich ist diffus, über der Landschaft liegt ein goldener Farbton, in vielen Büschen Früchte, rote Hagebutten, gelbe und braune Blätter an einzelnen Bäumen. (15. September, Montag) Am Osthimmel unter der Wolkendecke ein Streifen goldener, gelblicher Himmel, der sich in den Fenstern der Häuser spiegelt. Es ist noch nicht ganz hell, die Luft ist klar, alle Dinge noch schwärzlich, rauh, noch nicht wach. Die Elbe ist sehr glatt, es ist windstill. (Rückfahrt) Es ist Herbst geworden. In der Sonne ist es noch warm, aber es ist, als ob die Landschaft zerbrochen wäre. Der Himmel ist kühl geworden, ohne Zärtlichkeit mehr. Dafür die Erde in sanften, warmen Farben. Ab und an der Geruch von Holzrauch. (16. September, Dienstag) Die Elbe liegt glatt, wie resigniert, an den Rändern dunkle Spiegelungen. Bedeckter Himmel, alle Dinge grau, matt, etwas feucht vom nächtlichen Regen. (17. September, Mittwoch) Das Licht der herbstlichen Sonne ist so hell, es kommt mir vor, als hätte ich nie ein helleres Licht gesehen. Man riecht, daß es in der Nacht recht kalt war. Sogar die Häuser der Stadt wirken erstaunt über das Ende des Sommers, die Dinge sehen plötzlich haltlos aus, unkörperlich, vergänglich. Alles wird beherrscht von dem gewaltigen blauen Himmel, in dem kleine weiße Wölkchen stehen, und der leuchtenden, großzügigen Elbe. (18. September, Donnerstag) Am blauen Himmel steht noch der Mond, der Horizont ist verdunkelt von einer violetten Wolkenschicht. Davor hell die roten Kräne, schwach strahlt die tiefstehende Sonne. Die Elbe ist sehr glatt. Aus Schornsteinen steigt heller Qualm schräg in den Himmel. Als ich aufwachte, schimmerte der Mond durch die Wolken. (22. September, Montag) Es ist noch dunkel. Lichter spiegeln sich in der ruhigen Elbe. Die Bedeckung des Himmels ist im Osten aufgerissen, hell, türkis, etwas Morgenröte schimmert darin. Die Elbe glatt, mit kleine Wellen wie mit Gänsehaut bedeckt. (23. September, Dienstag) Es ist feucht. Die Straßen schimmern. Die Stadt liegt im Nebel. Konturloser Himmel, die Wolken scheinen bis zum Boden zu reichen. Einzelne Lichter brüten im Grau. Es ist noch nicht ganz hell. Die Elbe ist sehr glatt, aber es spiegelt sich nichts in ihr. Die Birken am Bahndamm sind zum Teil schon golden. (24. September, Mittwoch) Es ist ein Tag mit schwacher Herbstsonne, die stahlblaue Elbe ist rauh von Wellen, Wolken ziehen schnell über den Himmel. Die Vegetation hat insgesamt eine gelbgrüne Farbe angenommen. Einige Büsche und Bäume sind schon goldgelb. Wein an Häuserwänden beginnt sich blutrot zu färben. (25. September, Donnerstag) Pfirsichfarbener Himmel im Osten, es ist schon fast ganz hell. Schwer und unbeweglich die Häuser und Kräne, in der Ferne graue Silhouetten. Die Elbe führt Niedrigwasser, braune Schlickflächen. Die rot glühende Sonnenscheibe erhebt sich über Bäume und Häuser. Der Himmel ist wolkenlos. Es ist jetzt morgens kühl, soll aber im Laufe des Tages wärmer werden. (29. September, Montag) Es ist noch völlig dunkel draußen. Regen schlägt an die Scheiben. Am Wochenende war es trocken, teils sonnig, in der Nacht zu heute fing es an zu regnen. (30. September, Dienstag) Auch heute regnerisch, stockdunkel. Erst ein kleiner, etwas hellerer Streifen am Himmel kündet zaghaft den Morgen an. (1. Oktober, Mittwoch) Es wird hell, am Himmel noch einzelne zerrissene Regenwolken, teils war es windig heute morgen. Nachts wohl Regen, jetzt ist es trocken, die erste Helligkeit glänzt auf Schiffen und Kränen. Warmes, zartes Morgenlicht. (Rückfahrt) Die Sonne steht tief, im Nordosten eine dunkle Wolkenfront mit hellen, zerrissenen Wolkenstücken davor. Die Dinge heben sich hell gegen das Blaugrau ab. Nun sind wir unterhalb oder innerhalb der Wolkenfront, die Sonne ist verschwunden. (2. Oktober, Donnerstag) Am Himmel grauviolette Wolkenbänke. Von der Sonne noch keine Spur. Wind zerzaust die Bäume, die Elbe ist aufgewühlt, kleine dunkle Wellen, vereinzelt Schaumkronen und weiße Möwen auf dem Wasser. Kantig und überdeutlich heben sich die Schiffe von der hellgrauen Fläche der Elbe ab, die seh viel Wasser führt. Einzelne Wolken weit oben sind zartrosa, es wird heller, der Himmel ist aufgerissen. (8. Oktober, Mittwoch) Es ist trocken, bewölkt, noch dämmrig, die Gegenstände wirken schwerelos. Die Elbe ist grau, wie der Himmel. Am Horizont Dunst. Am Bahndamm leuchten intensiv gelbe Bäume und Büsche. (9. Oktober, Donnerstag) Blauer Himmel mit feinen weißen Wolkenflecken. Die noch tiefstehende Morgensonne vergoldet die verwelkten Grasbüschel zwischen den Gleisen. Die Elbe ist sehr glatt, spiegelnd, alle Dinge freundlich im warmen Licht. Die Stadt hebt sich hell schimmernd und filigran gegen den grauen, bedeckten Himmel im Westen ab. (17. Oktober, Freitag) Die Sonne scheint grell und blendend, während am Horizont diffus Regenwolken liegen, vor denen weiße Rauchfahnen aufsteigen und hell Hafenkräne ragen. Die Elbe ist aufgewühlt, blau und grau, vereinzelt weiße Schaumkronen. Die Sicht ist sehr klar, die Atmosphäre vom Regen ausgewaschen, alle Dinge überdeutlich sichtbar. Die Vegetation ist grüngolden, gelb, rot, schüttere Zweige, kupferfarbenes Reetgras. (3.November, Montag) Es ist ein grauer Tag, neblig. nicht sehr kalt. Die Elbe glatt, wie dickflüssig, hellgrau wie der Himmel. Birken und Ahorn sind noch gelb beblättert. Die Pappeln an der langen, geraden Straße vor dem Harburger Bahnhof sind leuchtend golden mit rotem Schimmer. (5. November, Mittwoch) Bedeckter Himmel, nicht sehr kalt. Die Elbe führt viel Wasser. Sie schimmert grün-grau. Die Birken am Bahndamm haben noch ihre leuchtenden goldenen Blätter. Gleichmäßiger heller Dunst verschleiert die Stadt, alles ist still und gedämpft, noch nicht ganz hell. (Rückfahrt) Wieder ist es dämmrig - war es heute überhaupt richtig hell ? (13. November, Donnerstag) Im Osten heller, gelblich strahlender Himmel unter einem grauen Wolkenrand. Grauen Silhouetten davor - das Kraftwerk Tiefstack, Brückenbögen, Kräne. Der blaue Himmel über mir ist verschleiert von halbdurchsichtigen, konturlosen weichen Wolken, die auch die Stadt einhüllen. Die Sonne kommt hindurch und läßt goldene Blätter und gelbe Kräne aufleuchten. Die Elbe ist glatt, schlierig, schimmert hell, grün-türkis, in der Ferne geht sie in den Dunst über. Am Bahndamm die Birken glühen noch golden, schon schüttern. Kaum noch Grün irgendwo, alle Blätter sind intensiv golden, gelb, rot, braun oder kupferfarben. Einige Bäume und Büsche sind ganz kahl. (18. November, Dienstag) Es ist noch dunkel. Kühl, kein Regen. Auf der schwarzen Elbe schimmern seidig und klar die hellen Streifen der Lichter. (21. November, Freitag) Heute lag der erste Schnee, als ich morgens aus dem Fenster sah. Es ist um die 3 Grad warm. Der Schnee blieb nicht liegen, alles tropfte, alles war naß, große Tropfen hingen an meiner Wäscheleine. Die Bäume sind mittlerweile fast alle kahl. Der Winter hat begonnen. Die letzten Tage war es fast durchgängig grau bedeckt, oder es regnete. (Rückfahrt) Als das Konzert zuende war, lag Schnee, die Bäume sahe verzaubert aus. Schon auf der Hinfahrt lag ein bisschen Schnee, und einzelne Schneeflocken blitzten wie kleine Sternschnuppen im Lampenlicht auf. (24. November, Montag) Es ist schon so hell, daß ich an meiner Uhr zweifelte. Es ist kalt, der Boden ist gefroren. Blauer Himmel mit ein paar golden-weiß-grauen Wolkenrändern. Die Stadt liegt violettgrau, die Häuser starr vor Kälte. Wenig Wasser in der Elbe. Reifbedeckte Dächer. Die Elbe spiegelt das zarte Morgenrot, sie scheint in den Himmel überzugehen. Dazwischen liegt fremd und zart die Stadt im frostigen Dunst. Alle Farben haben einen Perlmuttschimmer. Gescheckte, getüpfelte, gestreifte Felder und Wiesen, bedeckt mit Schneeresten. (26. November, Mittwoch) Die Temperaturen sind etwas gestiegen, es ist nicht mehr frostig. Der Himmel ist bedeckt, es ist nieselt. Die Elbe ist hellgrau, wie der Himmel. Die Dinge sind feuchtkalt und unwirtlich. (27. November, Donnerstag) Ein grauer Morgen, die Stadt duckt sich im weißlichen Dunst. Feuchte Luft, naße Landschaft. Auch die Elbe verschwimmt konturlos und trist. Die Farben sind schwach und schwärzlich. (1. Dezember, Montag) Nebel oder sehr tiefhängende Wolken. Die Elbe ist spiegelglatt, die Farben schwärzlich-blaugrau. Die Stadt ist nur schemenhaft im Dunst sichtbar. Es ist ziemlich kalt. Die Landschaft ist kaum wiederzurkennen - Nebel verhüllt die kahlen Bäume und lässt die Umrisse von Pferden und die Büsche am Bahndamm hervortreten. (3. Dezember, Mittwoch) Schneeflocken treiben am Zugfenster vorüber. Die Stadt ist mit feuchtem Schnee überdeckt und verbirgt sich im Nebel. Ein schwarzweißes Muster vor grauer Kulisse, die Farben sind Fremdkörper. Die Elbe ist dunkel, wie altes Metall. Auch die feinsten Zweige der Bäume sind mit Schnee bedeckt. (Rückfahrt) Es schneit in großen Flocken. Freudloser, naßer Schnee, nicht geschaffen zum Liegenbleiben. Er könnte höchstens zu einer Kruste gefrieren - aber das wäre auch nicht besser. (4. Dezember, Donnerstag) Es ist noch fast ganz dunkel, blauvioletter Himmel, orangene Lampen. Die Elbe ist schlierig, glatt, spiegelt Lichtstreifen. An manchen Stellen liegen Reste von Schnee am Bahndamm. Es ist kalt, um den Nullpunkt herum, aber trocken. (8. Dezember, Montag) Rötlichgraues Licht, Dämmerung. Die Dinge sind schwärzlich, alle Kanten treten deutlich hervor. Weiche, formlose Wolken ziehen über den Himmel, dessen Hellblau langsam hervorscheint. Die Elbe ist grau, etwas unruhig. Wie ein alter Teppich schimmern Moospolster und welkes Gras am Bahndamm. (9. Dezember, Dienstag) Ein flaches, bleiernes Grau, alle Dinge sind stumpf, reglos. Grauer Dampf steigt aus Schornsteinen langsam in den grauen Himmel. Es ist trocken und nicht sehr kalt. Die Elbe ist hell, glatt, etwas verschleiert wie eine Eisfläche. (10. Dezember, Mittwoch) Morgendämmerung. Nachts hat es geregnet. Stadt und Hafen liegen im Dunst. Es ist feuchtkalt. Die Elbe ist reglos und grau. (11. Dezember, Donnerstag) Bedeckter Himmel, es sieht so aus, als würde es heute den ganzen Tag nicht so recht hell werden. Wie unfertig, vorläufig, noch nicht so ganz da ist die Stadt hinskizziert. In der glatten Elbe wenig Wasser. Kormorane fliegen über die Bahn hinweg. (15. Dezember, Montag) Violettgraues Morgenlicht, gelborangene Lampen im Hafen. Der Himmel einförmig grau, die Elbe sehr glatt, ölig und unklar. Die Dinge scheinen alle ineinander überzugehen. (16. Dezember, Dienstag) Hellgrau, blaß die Stadt vor dem einförmigen bedeckten Himmel. Die Elbe führt wenig Wasser. Alle Dinge sehen unkörperlich aus, als könnten sie gleich verschwinden. Die Reste der Pflanzen am Bahndamm sehen noch welker und geknickter aus als sonst, farblos und matt. (17. Dezember, Mittwoch) Es ist trocken, etwa 5 Grad, bedeckter Himmel. Spiegelglatt und voll die Elbe. Dämmerlicht, die weißen und orangenen Lampen von Stadt und Hafen stechen aus dem weichen Grau hervor. (18. Dezember, Donnerstag) Draußen ist es noch vollständig dunkel. Die Scheinwerfer und Lampen haben Halos in diesem Dunst. Düster, rätselhaft, bedrohlich die schwarzen Formen des Hafens. Die Elbe ist glatt und glänzt wie schwarzes Glas. (5. Januar, Montag) Rötliches Morgenlicht liegt auf den Häusern der Speicherstadt. Auf der Oberfläche des Fleetes weiße Eisplatten, von Sprüngen und Rissen durchzogen. Um die noch tiefstehende Sonne herum dramatische Wolkengebilde, Stücke blauen Himmels dazwischen. Die Elbe ist sehr glatt, von winzigen Rippelwellen bedeckt, alles wirkt frisch, sauber, eine dünne Schneeschicht auf Dächern und Plätzen. (Rückfahrt) Es ist ein wunderschöner Tag heute, blauer Himmel, die Sonne lässt die Bäume rotgolden leuchten, die Felder sind weiß gefleckt von dünnem, gefrorenem Schnee. (7. Januar, Mittwoch) Es ist noch fast ganz dunkel. Grauer Himmel, aus dem Eis-Nieselregen fällt. Der Fleet ist zugefroren, darauf ein Leopardenmuster aus verwehtem Schnee. Es ist sehr kalt. Am Wochenende hat es noch geregnet, aber es war nur kurz die Temperatur über Null. Die Elbe ist mit einer aufgeweichten Kruste von Eisschollen bedeckt, grau und weiß, die langsam den Fluß hinuntertreibt. (8. Januar, Donnerstag) Blendendes Sonnenlicht, aus Schornsteinen steigt weißer Qualm langsam in den blauen Himmel auf. Es ist kalt, alles ist mit Rauhreif bedeckt. Zwischen den Eisschollen das glatte schwarze Elbwasser. (12. Januar, Montag) Am Osthimmel ein spektraler Übergang von rot, gelb, grün zu blau, darüber leuchtend rosablaue Wolkenstreifen. Stadt und Hafen verblaßen völlig unter diesem Himmel. Sogar im Westen sind die Wolken rot. Die Elbe hat eine Haut aus weißem, rauh-brüchigem Eis. Jetzt taucht im Westen auch noch der Rand des Vollmonds sanft aus rötlichen Wolken. (13. Januar, Dienstag) Es ist hell, Temperatur über Null, grauer Himmel. Noch ist es trocken. Auf den Fleeten noch Reste von Eis, wie durchgeweichter Zuckerguß. Rund wie der Vollmond scheint die Sonne gedämpft durch die Wolkenschicht. Die Norderelbe ist noch fast durchgehend mit weißem Eisschorf bedeckt, eine bewegliche Schicht, die sich flußabwärts schiebt. Alle Farben sind weich, alles hat sich aus seiner Erstarrung gelöst. Auf den Äckern steht das Wasser in großen Pfützen, in den Treckerspuren. Vereinzelt Schneereste. (14. Januar, Mittwoch) Es ist noch dunkel. Feuchte Luft, noch nicht direkt regnerisch. Die Lampen leuchten matt im nächtlichen Dunst. Alles sieht fremd aus. (15. Januar, Donnerstag) Nebel, schwächlich leuchten Lampen aus dem Halbdunkel. Es regnet zwar nicht, aber alles ist naß. In den Fleeten ballen sich weiße und graue Eisreste, die trotz der Temperatur über Null nur langsam tauen. Die Brücken sind dunkelgraue Silhouetten vor dem bläulich grauen Morgenhimmel. (19. Januar, Montag) Der Himmel zeigt ein leichtes Morgenrot, wolkenlos, abnehmende Mondsichel. Im Osten ist der Himmel schon hell, im Westen noch grau-violett. Leicht, wie schwebend die Häuser, filigrane Einzelheiten treten deutlich hervor. Die Norderelbe ist noch von zerbrochenen Eisschollen bedeckt, die Süderelbe ist eisfrei. (Rückfahrt) Es regnet kräftig, vermischt mit Eisregen. Alles ist naß, mit Feuchtigkeit vollgesogen, dunkel. Am Himmel formlose, konturlose Regenschwaden, die fast bis zum Boden herabreichen. (20. Januar, Dienstag) Die Sonne scheint, blaßgoldenes Januarlicht. Es ist trocken, blauer Himmel mit gutmütigen weißen Wolken. Die Stadt wirkt sauber und klar, wie reingewaschen durch den heftigen Regen gestern. Auf der Elbe schwimmt eine grau-weiße Suppe aus zerbrochenen kleinen Eisschollen. In den eisfreien Bereichen spiegeln sich blauer Himmel und das Weiß-Rot der Containerschiffe. (21. Januar, Mittwoch) Es ist noch dunkel. Im Osten grünlich heller Morgenhimmel zwischen schwarzvioletten Wolken. Glatte Eisflächen und zusammengeschobene Eisreste im Fleet, das Licht der Lampen glänzt darauf. Klar und hell ist die Sichel des abnehmenden Mondes zu sehen. In der Elbe scheinen die Schiffe wie auf Stelzen aus Lichtstreifen zu stehen, so glatt ist die Wasseroberfläche. (22. Januar, Donnerstag) Die Sonne ist schon aufgegangen, zartblauer Himmel mit Schäfchenwolken in weiß und grau. Die Stadt spiegelt das rötliche Licht der Sonne, die Uhren an den Kirchtürmen und die Fenster von höheren Häusern glänzen. Es ist kühl, Bahndamm und Gebüsch sind von Reif bedeckt. Alle Farben sind rötlich, golden, alle Dinge sehen fein und zart aus. (26. Januar, Montag) Nebliger Morgen, alles grau, Rauhreif auf den Dächern. Die Elbe bewegt sich unruhig mit winzigen Rippelwellen, ungeduldig. (27. Januar, Dienstag) Es ist dunstig, alles ist hellgrau, müde, ohne Glanz. In den Fleeten liegen noch die schmutziggrauen Eisplacken, die jetzt schon viele Male von Ebbe und Flut gesenkt, gehoben, zusammengeschoben und zerbrochen wurden. Die beiden Arme der Elbe sind eisfrei, glatt, ihre Oberfläche ist grau und undurchdringlich. Je weiter sich mein Zug aus der Stadt hinausbewegt, desto mehr findet sich Reif auf den Zweigen, auf dem Boden und den Dächern. Die Bäume an der Bahn bei Tostedt sind bis in die feinsten Zweige bereift, wie aschgraue, hauchfeine Gespenster. (28. Januar, Mittwoch) Über Nacht hat es geschneit. Der Boden, die Fahrräder, die Zweige der Bäume - alles ist mit einem fluffigen weißen Pelz bedeckt, trockener Schnee, der sich wegpusten läßt. Hier am Hauptbahnhof liegt gar kein Schnee. Gelbliche Lampen lassen ihr schwaches Licht in den Nebel sickern. (29. Januar, Donnerstag) Einheitlich grauer Himmel, etwas Nebel. In der Nähe alles schwärzlich, leicht feucht, in der Ferne schemenhaft im weißgrauen Dunst. In der Stadt über Null Grad, aber hier in Harburg wieder Büsche und Bäume mit Reif auf den Zweigen. (4. Februar, Mittwoch) Es ist noch dunkel. Der Himmel ist bedeckt, aber es ist trocken. Eiliger Betrieb auf den Straßen, noch leise. In dem glatten Fleet spiegelt sich ein Muster aus Lampen. über der Speicherstadt steht eine Wolke aus Schornsteinqualm, von der Stadt geisterhaft beleuchtet. Die Elbe liegt still und breit wie schwarzes Öl. (5. Februar, Donnerstag) Es ist dunkel. Nicht sehr kalt, aber ungemütlich feucht, in der Nacht hat es geregnet. Die Elbe ist schwarz wie polierter Stein oder Vulkanglas, unwirtlich. (9. Februar, Montag) Zum ersten Mal in diesem Jahr morgens Gesang von Amseln in den dunklen Straßen. Es ist trocken, über Null Grad, aber die Kälte kriecht in die Kleider. Die Elbe liegt schwarz und unbewegt. Am Westhimmel steht der Vollmond, schimmernd, alt und golden. (10. Februar, Dienstag) Es schneit, auf dem Weg zum Bahnhof flogen mir die Flocken ins Gesicht. Lange liegenbleiben wird der Schnee wohl nicht. Die Oberfläche der Elbe ist aufgerauht und spiegelt kaum, sie ist dunkel. Die Lampen im Hafen scheinen nur eine geringe Reichweite zu haben. (11. Februar, Mittwoch) Der Mond steht malerisch über der schwarzen Stadt. Auf den Straßen Schneematsch, der sich nicht zwischen Tauen und Gefrieren entscheiden kann. (12. Februar, Donnerstag, Rückweg) Klarer Himmel, pfirsichfarbenes Abendrot, die Elbe ist mit kleinen, regelmässigen Wellen geriffelt. Violettgraue Silhouetten - die Stadt gegen den Himmel. Wenige kleine Wolken schmücken den Himmel. In Buchholz waren sie noch rot, golden, jetzt sind sie violett. Versöhnliches, freundliches Licht in der sich einschleichenden Dämmerung. (16. Februar 2009, Montag) Es ist Tauwetter, etwas neblig. Hier auf dem Land liegt noch viel Schnee. Es war glatt in den Straßen, rutschiger, halbgetauter Schnee. Eine Amsel sang, die Luft war süß und vielversprechend, obwohl es noch dunkel war. (Rückfahrt) Satt olivgrüne Elbe, spiegelt den hellgrauen Himmel, im Grau leuchten einzelne Farben, orangene Westen von Bahnarbeitern, gelbe Kräne, Bagger. (17. Februar, Dienstag) Großzügiger Himmel, große Wolken, die Sonne scheint blendend auf die Stadt. Harte Kontraste, Wolkenschatten, alle Dinge treten scharfkantig hervor. Der Horizont ist klar, auch in weiter Ferne ist alles deutlich erkennbar. Trotz Sonnenschein ist es kühl, Schneereste liegen am Bahndamm. (18. Februar, Mittwoch) Grünliche Morgendämmerung im Südosten, eine blaßgoldene Mondsichel steht am Himmel. Die Elbe ist glatt und spiegelt. Es friert, die Luft ist kalt und trocken. (19. Februar, Donnerstag) Es ist kalt, der Himmel ist grau. Ein nichtssagendes Wetter. (23. Februar, Montag) Es ist noch dunkel, der Himmel bedeckt. Die Elbe führt viel Wasser. Im Moment regnet es nicht, aber alles ist noch naß vom gestrigen Regen, große Pfützen, naß glänzende Fahrspuren. Die Elbe ist bewegt, große Wellen. (24. Februar, Dienstag) Zartes Morgenrot, mit kleinen violetten Wolken durchsetzt. Der Himmel ist nicht mehr schwarz, sondern dunkelblau, die Elbe liegt still und matt. (Rückfahrt) Blendender Sonnenschein, wie ungewohnt. Die Landschaft ist ausgebleicht vom Winter, müdes altes Gras, wie ein kurzes, struppiges Fell, abgewetzt, stellenweise schaut die graubraune Erde heraus. Farbloses Gestrüpp, graue kahle Rinde, nur die Moospolster leuchten intensiv grüngolden. Einzelne weiß zerwehte Wolken am Himmel. Vom kommenden Frühling ist noch nicht viel zu sehen - am Hasel hängen Kätzchen in blaßgelb, an den Weiden brechen einzelne silberne Puschel hervor. (25. Februar, Mittwoch) Der Himmel hellt sich langsam auf. Feuchte Luft, dunstig. Der Himmel ist bedeckt, eine strukturlose Decke aus Dunst, kein Morgenrot. Die Bäume und Sträucher stehen schwarz. (Rückfahrt) Es regnet - Nieselregen. Vorhin auch größere Regentropfen. Die Landschaft ist in Grau gehüllt, alles naß, matt leuchtend, schwärzlich. Das Wasser im Hafen sieht müde aus, gelangweilt, die Elbe wälzt sich unmerklich durch ihr schlammiges, unsauberes Bett. Die Stadt ist kaum sichtbar im Nieselregen, schwärzlicher Backstein, mit Regen vollgesogen. (2. März, Montag) Es ist grau, ein feiner Regen fällt, die Wolken scheinen bis zum Erdboden zu reichen. (4. März, Mittwoch) Heute blauer Himmel, die Elbe spiegelt blau, warme Farben, die Sonne wärmt die vom Winter geschundene Landschaft, die zerzausten Wiesen. (5. März, Donnerstag) Graues, nebliges Wetter, alle Farben sind blaß und mürbe, nur das Moos am Bahndamm schimmert goldgrün wie ein alter Teppich. Die Elbe ist grau, strukturlos, die Schiffe liegen in ihr wie in Suppe oder Schlamm. (Rückfahrt) Es ist grau. Die Luft lastet schwer, alle Geräusche klingen müde. (6. März, Freitag) Auch heute ist es grau und dunstig. Die Elbe ist mit kleinen Rippelwellen bedeckt. Tief hängt die graue Bedeckung des Himmels, der Boden glänzt feucht. (9. März, Montag) Es ist feucht-naß, in der Nacht hat es geregnet, aber der Horizont ist jetzt fast ganz klar. Alle Dinge und Gebäude liegen noch in der Morgendämmerung, heben sich deutlich ab, stehen vereinzelt da, wie hingeworfen. Die Elbe schlägt sanfte, träge Wellen wie ein Teppich. Die Dinge und Farben beginnen wieder zu leben, ich denke, damit ist der Winter vorbei. (10. März, Dienstag) Morgengrau, alle Dinge scheinen nur stillzustehen und abzuwarten. Auf den Flächen an der Bahn sehr große Pfützen. Die Elbe ist mit winzigen Wellen gekräuselt, gerunzelt. Es regnet nicht, aber der Himmel ist mit einer dünnen Wolkenschicht bedeckt. (11. März, Mittwoch) Die Stadt ist naß wie ein tränenüberströmtes Gesicht, geballte Wolken darüber, die noch mehr Regen versprechen. Die Elbe ist rauh mit großen und kleinen Wellen. Alles, was nicht naß und silbergrau den Himmel wiederspiegelt, ist schwärzlich und düster. Im Moment regnet es nicht. (12. März, Donnerstag) Am Osthimmel zartes Blau, goldene Wolkenstreifen, Ränder, Grau-Rosa. Die Elbe spiegelt rötliches Licht. Der Himmel ist mit einer sehr dünnen Wolkenschicht bedeckt, durch die man den blauen Himmel erahnen kann. (16. März, Montag) Der Fleet bildet einen perfekten Spiegel für Brücken und Kräne. Weißlicher Himmel, sehr dunstig. Die Elbe geht nahtlos in den Himmel über, Schiffe liegen ortlos und geisterhaft. Von der Stadt ist kaum etwas zu sehen. (19.März, Donnerstag) Es scheint ein schöner Tag zu werden. Die Sonne steigt aus dem Morgendunst, in der Stadt leuchten Fensterscheiben hell auf. überall matte Pastellfarben, eine zarte Mondsichel über den Elbbrücken. Die Elbe breitet sich großzügig und freundlich aus, wie ein feiner, hellblauer seidiger Teppich. Noch sind die Bäume und Büsche kahl, aber das Leben kehrt langsam zurück. (23. März, Montag) Es regnet. Die Scheibe ist dicht mit Tropfen übersät, alles ist naß, grau. Die Elbe liegt matt, getüpfelt vom Regen. (24. März, Dienstag) Die Häuser der Stadt haben so einen warmen Farbton in der Morgensonne, wie Lebkuchen. Die Stadt steht wie eine Kulisse vor dem blauen Himmel, es ist schon fast taghell, trotz der frühen Tageszeit. Die Elbe zeigt ein volles, kühles Blau, etwas aufgerauht. Violetter Rauch steigt aus den hohen Schornsteinen. Die Erde ist voll und gesättigt von Wasser, große Pfützen erinnern an den starken Regen gestern. (25. März, Sonnabend) Vielleicht wird es ein schöner Tag, die Sonne scheint. Am Bahndamm blühende Weidenkätzchen. (16. April, Donnerstag) Ein sonniger Morgen. Blauer Himmel, der sich am Horizont leicht grau färbt. Die Bäume sind fast schon alle mehr oder weniger grün. Bei den Linden ist es recht unterschiedlich, Robinien, Pappeln und Eichen sind noch kahl. Die Birken sind alle fein belaubt, frische, junge Blätter. Die Elbe liegt prachtvoll, blau wie ein Edelstein. (19. April, Sonntag) Ich sitze im ICE. draußen strahlendes Wetter, der Raps fängt an zu blühen. Auf nach Kassel... (22. April, Mittwoch, Zug von Tostedt zum Hauptbahnhof) Und schon geht es wieder zurück. Ich fühle mich so zwischen den Welten. draußen ist es grau, kühl, es hat ein bisschen geregnet. überbordendes Grün, blühende Büsche und Bäume überall. Die Luft ist voll von Gerüchen - feuchte Erde, Gras, Blütenduft. (Zug von HH Hbf. nach Kassel) Merkwürdig, durch Hamburg zu fahren - die Speicherstadt, und Hafenkräne vor violettblauer Wolkenwand, weißer Qualm aus Schornsteinen wird vom Wind davongetragen. Vorhin ein Riss in der Wolkendecke, gleissendes Licht fiel auf die Schiffsrümpfe. (4. Mai, Montag) Der Himmel ist von violettgrauen Wolken bedeckt. Direkt über mir ist der Himmel offen, Blau ist zwischen dicken weißen Wolken sichtbar. Die Dächer schimmern noch feucht, in der Nacht hat es etwas geregnet. Durch Wolkenlücken scheint die Sonne auf Schiffe und Gebäude, die hinter der Elbe liegen wie kantige Bauklötzchen. Die Elbe ist grau, mit unruhigen kleinen Wellen bedeckt. Schiefes graues Licht liegt über der Landschaft. An der Bahnstrecke blüht Raps und, etwas dunkler gelb, Ginsterbüsche. (Rückfahrt) Gestern sind die Mauersegler wiedergekommen, ich habe die ersten beiden gesehen. (5. Mai, Dienstag) Tropfen rinnen langsam schräg die Scheibe hinunter. Der Himmel ist grau, alles ist naß. Die Elbe führt wenig Wasser. (6. Mai, Mittwoch) Es regnet in Strömen. Wind schüttelt die nassen Baumwipfel, verregnete Blüten am Bahndamm. Die Elbe ist träge, voller Schlieren, dem Regen ergeben. Ein müdes Grau-Silber. (Rückfahrt) Große wuchtige Wolken mit hellen, weißen Rändern, kräftiger Wind weht. Die Elbe ist überfüllt von Wasser, weiße Schaumkronen und Möwen darauf, die Stadt ist mit feinem Licht übergossen, schnell ziehen Wolkenschatten. (7. Mai, Donnerstag) Im Dunst sind die Konturen der Stadt nur schwach sichtbar. Der Horizont ist grau, über mir weiße runde Wölkchen, zwischen denen blauer Himmel schwach hindurchscheint. Glatt und breit wälzt sich die Elbe, silbern, schimmernd.
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